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  1. #1
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    Tautologie & Pleonasmus - Ein Unterschied?

    Ich habe mal gerade die Unterlagen für rethorische Stilmittel aus der 11. Klasse durchgesehen. Mir viel der Begiff Tautologie auf, bzw. die Bedeutung seiner, das ein Sachverhalt doppelt benannt wird (kleiner Zwerg, etc). Die gleiche Bedeutung meine ich auch von dem Begriff Pleonasmus zu kennen.
    Gibt es da einen Unterschied? Wenn ja welchen?

    LG DennisR

  2. #2
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    Hallo DennisR!

    Ohne Gewähr:

    Beides ist eine Wiederholung von semantisch ähnlichen Worten. Bei Synonymen = Tautologie (zB "nackt und bloß") und wenn ein Adjektiv semantisch das dazugehörige Nomen wiederholt = Pleonasmus (zB "ein armer Bettler").

    Bin mir aber echt nicht sicher
    Liebe Grüße, Kari

  3. #3
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    Hi s.kari,
    das klingt gut, ich werd es mir mal trotz deiner Unsicherheit merken.
    vielen Dank

  4. #4
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    Schau einfach mal im Faden "Rhetorische Figuren und Tropen" von satchmo vorbei. Der fliegt afaik im Wohnzimer noch irgendwo rum.
    Da erläutert auch LeVampyre etwas dazu: So weit ich weiß, sind beides Verbindungen zweier sinnverwandter Worte (in folge dessen eine Sinnverdopplung eintritt); allerdings handelt es sich beim Pleonasmus, wie s.Kari bereits gesagt hat, um zwei verschiedene Wortarten ("der alte Greis", Adj+Nom.), während es bei der Tautologie dieselben sind ("immer und ewig"). Zur Sicherheit kannst du es an genannter Stelle nochmal nachschlagen.

    Kann mir jetzt jemand noch den Unterschied zwischen einem Hendiadyoin und den eben genannten rhetorischen Mitteln erklären? ^^

  5. #5
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    Jep, beim Hendiadyoin werden zwei Wörter mit annähernd gleicher semantischer Bedeutung genannt, z.b. schreien und rufen.
    Oder etwas, das dem anderen Begriff logisch untergeordnet ist, wie klammheimlich (klamm vom lateinischen clam = heimlich).

    edit: Wobei ich grade sehe, mein zweites Beispiel ist nicht für das logisch untergeordnete... sondern auch eher ännähernd gleiche Bedeutung. Für das logisch untergeordnete hab ich grad folgendes Beispiel gefunden: Von Tellern und Silber essen. Eigenen Silberteller.

    Merken kann man sich das recht gut, da das Hendiadyoin im Gegensatz zur Tautologie meist nur im Zusammenhang beider Wörter einen Sinn ergibt, so z.b. Hab und Gut, beide Wörter verwendet man einzeln eher selten.

    Gruß
    Geändert von Ensimismado (23.01.2007 um 15:29 Uhr)
    Neustes Werk aus meiner Feder:
    Liebe und Romantik - Schlaflied (für L.), Ein Leiserwerden, ohne Titel
    Verzweiflung schreit nicht, Verzweiflung schweigt.

    Die Melancholie des Seins - Fortsetzungsgeschichte
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  6. #6
    yaira Guest
    So, und um die Verwirrung komplett zu machen, kommt hier eine etwas andersartige Erklärung, die mir in meinem Lyrikkurs an die Hand gegeben wurde:

    Pleonasmus: Überflüssiger, synonymer Zusatz zu einem Wort. Bsp.: weißer Schimmel. soweit besteht Einigkeit...

    Tautologie: Darstellung eines Begriffs oder Sachverhalts durch mindestens zwei bedeutungsgleiche Ausdrücke in getrennten oder gleichartigen Satzgliedern. Bsp: Die Totalität war vollständig.

    Hendiadyoin: Darstellung eines Begriffs durch 2mit "und" verbundene, bedeutungsgleiche Wörter. Bsp: voll und ganz, immer und ewig.

    Wer hat jetzt Recht?

  7. #7
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    Zitat Zitat von yaira
    So, und um die Verwirrung komplett zu machen, kommt hier eine etwas andersartige Erklärung, die mir in meinem Lyrikkurs an die Hand gegeben wurde:

    Pleonasmus: Überflüssiger, synonymer Zusatz zu einem Wort. Bsp.: weißer Schimmel. soweit besteht Einigkeit...

    Tautologie: Darstellung eines Begriffs oder Sachverhalts durch mindestens zwei bedeutungsgleiche Ausdrücke in getrennten oder gleichartigen Satzgliedern. Bsp: Die Totalität war vollständig.

    Hendiadyoin: Darstellung eines Begriffs durch 2mit "und" verbundene, bedeutungsgleiche Wörter. Bsp: voll und ganz, immer und ewig.

    Wer hat jetzt Recht?
    Nun, beim Pleonasmus sind wir uns ja einig. Jedoch ist dein Beispiel für eine Tautologie ein Pleonasmus, da sich Tautologie und Pleonasmus und darin unterscheiden, dass der Pleonasmus aus Wörtern verschiedener Wortarten besteht, die Tautologie aus der selben Wortart.

    Hendiadyoin hatte ich denke ich mit meinem Nachsatz nochmalverdeutlicht und müsste somit denke ich erklärt sein.

    Flo
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  8. #8
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    Zitat Zitat von yaira
    Wer hat jetzt Recht?
    Hatte jemand Unrecht?

    Wir haben jetzt einige Dinge mehrfach gesagt, nur in verschiedenen Formen. Also eine Tautologie... oder ein Hendiadyoin. Immerhin wurde es endlich mal zu stande gebracht, Inhalt und Form zu verbinden - aus poetischer Sicht war die Frage ein voller Erfolg.

    edit: Ja, der nachsatz würde Sinn machen, allerdings widersprechen mir da meine Erfahrungen aus dem Lateinunterricht, wo wir jenes nicht im Sinne einer festen Phrase gebraucht haben.

    Wo ist LeV, wenn man sie mal braucht?
    Geändert von AiAiAwa (23.01.2007 um 15:42 Uhr)

  9. #9
    yaira Guest
    Hm, Flo, eigentlich hätte ich deinen Ausführungen sofort zugestimmt. Ich bin nur verwirrt, dass mir in der Uni etwas anderes erzählt wird, was meine lieben Tutoren sicherlich in schlauen Büchern nachgelesen haben. Ich hab jetzt nochmal meinen Metzler bemüht, der deinen Ausführungen zu Tautologie und Pleonasmus zustimmt, aber eine andere, etwas seltsame Definition für Hendiadyoin ausspuckt. Was ich mich jetzt frage: Haben meine Tutoren Scheiße gebaut und ich bin darauf reingefallen oder werden wir Opfer von Begriffen, die auch in der Forschung nicht immer vollkommen gleich verwendet werden...
    Ich werde versuchen, das morgen zu klären...

  10. #10
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    Also bezüglich Tautologie und Pleonasmus, das wird leider sehr häufig synonym verwendet. Der Rest stimmt ja überein bei unseren Erklärungen.
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  11. #11
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    Nichts gegen Ensi, aber ich würde den Tutoren mehr vertrauen. Außerdem: Wo seht ihr bitte den Widerspruch? "Hab und Gut" auf der einen Seite, "voll und ganz" auf der anderen...

  12. #12
    yaira Guest
    Der Widerspruch liegt bei der tautologie und ein bisschen auch beim Hendiadyoin. Aber wie gesagt, ich werde dem Ganzen morgen im Tutorium auf den Grund gehen. Ich ghe von verschiedenen Meinungen aus. Würden alle Vertreter einer Wissenschaft alle Begriffe auf die gleiche Art und Weise (Tautologie oder Hendiadyoin? ) verwenden, würde das die ganze Sache viiieeel einfacher machen *g*

  13. #13
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    Man sehe hier oder auf Wikipedia.

    Sucht euch das beste raus und prügelt euch mit den Tutoren. Die Begriffe sollten eigentlich eindeutig definiert sein, werden aber synonymhaft verwendet. Solange ihr nicht in die Linguistik kommt, ist's noch relativ eindeutig.

  14. #14
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    Grüß deine Tutoren und berichte mir doch bitte dann das Ergebnis.

    Gruß,
    Flo
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  15. #15
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    Wow,
    Es freut mich das ihr meine Frage so heiß diskutiert habt.
    Zuallem Überfluß hab ich auch noch jemeanden (ein Mitglied des Vereins für deutsche Sprache) gefragt. Er meint der Unterschied läge nur in der Herkunft:
    Tautologie (lat.) - Pleonasmus (gr.)
    kann ich ja kaum noch glauben...........aber was frag ich ihn auch über Fremdwörter aus.
    @yaira: Hab auch interesse was deine Tutoren dazu sagen

    Mfg

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