1. #1
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    Im Moment
    des Augenblicks
    befassen wir uns
    in der Situation
    die mir entglitten
    und so scheinst Du mir

    Allein bleibt
    der Zwiespalt
    geöffnet am Dritten
    durch den ich
    Dich berührte
    und so scheints zum letzten Mal

    Will dich begreifen
    doch nur die Wut
    bekomme ich zu packen
    durch das, was wahr
    ist, wird mit uns
    und so scheints finster in mir

    [Geändert durch quit pro quo am 27-06-2001 um 10:36]

  2. #2
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    du hast recht: es ist [re_]thinked; nicht re_worded, leider.

    aber vielleicht liegen einem wohl eher die eigenen gedanken, ohne vorgedachte wortgelage anderer - zumindestens ist's bei mir so.

    dennoch und gerade deswegen,
    aber auch sonst natürlich: netter gruß.

    AB

  3. #3
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    Hallo Quit,

    das Gedicht ist wirklich gut.
    Warum? Ganz einfach, weil sich

    zum ersten, das Motiv der Nähe
    durch alle drei Strophen zieht,
    die Intensitäten und Ebenen jedoch
    variieren. Das ist gut.

    Zum Zweiten, der Schein, der die
    Hoffnung ausdrückt, um dann am Ende
    zum selbigen wird.Finster, zack, bum.
    Das ist har, zerstört alles und
    macht Dein Gedicht zu einem Ereignis.

    Meine Lieblingsstelle ist übrigens:
    "…der Zwiespalt
    geöffnet am Dritten…"

    ALLES WIRD GUT

    n8rider


    zu AB0907:
    Mir wird deine Kritik, sofern es eine ist,
    nicht klar. Aber das mag daran liegen, daß
    ich nur diese Version des Gedichtes kenne.
    Gibt es noch mehr von Quit oder gar von anderen?

    Hmmmm und das ist jetzt Selbstgespräch, ich
    werde mich wohl einmal Umschauen hier. Gibt
    anscheinend viel zu entdecken hier.

  4. #4
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    Hallo Ihr,

    habt Dank, der eine (n8rider) mehr, der andere weniger,
    daß Ihr euch so mehr oder weniger eingehend mit meinem
    Re_think beschäftigt habt.

    AB Deine Aussage ist für meinen Geschmack etwas dünn geraten.
    Naja, im Gegensatz zu manch anderem bin ich, so scheints
    noch ganz gut davon gekommen. Aber den Eindruck vermittelst
    Du ja gern.

    Tja,

    vielleicht bleibt alles auch einfach nur besser.

    Ciao

    quit pro quo

  5. #5
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    kritik, hm, was beim ahornbaum war es nur?

    ein sanfter regen am vergilbten morgen, der - und ich getraue es mir, es so zu nennen - den leichten schimmer vom erbrochenen nicht vor dem mittag zu zeigen pflegte?

    oder ist's der rohverzehrte grashalm, der, wie ein geschnürt geschundenes paket, auf dem feinverzierten seziertisch alle glieder von sich streckt, bevor man ihm den schädel mit traubenkleber am süßholz erhitzt?

    ich weiß es nicht, nicht wirklich...:

    str.1:
    "Im Moment
    des Augenblicks"
    klingt immer schön und nett. aber ehrlich, wollen wir das denn sein?
    die innovation, wenn man diese hier zu erhaschen glaubt, bleibt ein "erhaschen glauben". das, was übrig, besser: über bleibt, ist eine scheinbare verdopplung, die mancherlei hilflosigkeit erkennen läßt.

    "befassen wir uns
    in der situation"
    vielleicht - und wer mag das schon einem armen irren glauben - müßt' es "mit der situation" heißen. ansonsten wär's (oder ist's bestimmt) eine verdreifachung, die selbst dem lauernden publikum die runzeln zum stirnalltag treibt.

    "und so scheintst du mir"
    leider (und ich bemerke, wie mir die röte nicht entkommt) bezieht sich dieser satz nur auf das "schein(t)[e]st". prät. oder präs.? ist aus dem zusammenhang nicht eindeutig erkennbar.

    str.2:
    "geöffnet am Dritten"
    gut. (und ich fasse mich wirklich nicht immer so kurz; aber hier hast du's dir verdient!)

    die zweite strophe als ganzes ist quasi nur eine verbesserung der ersten. mehr steckt da nicht drin:
    1.)die erinnerung an die tat.
    2.)die konsequenz. (sie ist weg)
    doch scheint diese str. intensiver, da:
    1.)genauere gedanken an das lyr. ich herantreten.
    2.)ihm wohl bewußt ist, daß die trennung für: ab jetzt (bis: open end) gilt.
    es besteht demnach ein zeitweises heranrücken an die ereignisse (vom all. wischiwaschi bis konkret). dennoch und gerade deswegen ist die erste str. wahrlich kein schwergewicht, kein stützpfeiler im gedankengeäst.

    str.3 kann als weiterer gedankenverlauf und emotionsloswerdung begriffen und so erst einmal akzeptiert werden. (vom guten geschmack versteht sich) schließlich die folge für das lyr. ich selbst: die aufgabe.

    doch ich vermisse insgesamt die reaktion der frau auf ihn. das einzige, was du anführst, ist, daß sie ihn verlassen hat. hier fehlt die spannung (nicht im krimisinne, was passieren könnte; sondern mit dem blick auf eine 2augenperspektive).

    dieses gedicht "lebt" (wenn es denn so ist: vegetieren ist wahrscheinlich besser) einzig und allein von 3 momenten:
    1.)ich habe ihr geschadet.
    2.)sie ist weg.
    3.)mir gehts (ja so) schlecht.

    auch wenn dir die 2. str. gut gelungen ist, der rest steht diesem in weiter ferne nach.

    ferner ist die umkehrung der "scheinen-variante", wie der kollege schon sagte, passend hineingearbeitet.

    so denn, ich hoff mal, das war mal n bissel konkreter...

    still a schöner gruß und sonst auch.

    AB

    [Geändert durch AB0907 am 18-06-2001 um 20:51]

  6. #6
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    Lieber AB,

    vielen Dank für diese ausführliche Meinung
    und Analyse. Es heißt ganz richtig "in der
    Situation" und stellt eine Verdreifachung
    dar, ebenso wie die drei Strophen.
    Lieber wäre es mir auch gewesen, wenn die
    Steigerung der Gefühle und Aussichts- und
    Verständnislosigkeit, sich auch in den
    Handgreiflichkeiten wiederfinden würde.
    Also berühren – fassen – packen, das ist
    mir leider Gottes nicht gelungen.
    Schade?

    Und: "scheintst" ist ein Tippfehler,
    sollte ich ändern.

    Auf bald.

    quit

  7. #7
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    Tag.

    "berühren-fassen-packen"; zu überstrukturiert.
    Obwohl die Dekonstruktion fast immer eine Über(be)arbeitung nach sich zieht, möchte ich speziell deinem Stil unterstellen, dass er lieber fließend denn meisselnd (Stil-Bruch) zu Werke geht. Also auf zu neuen Originalen.
    Oder wie?

    hips

  8. #8
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    Hips!

    Sicher hast Du recht, aber man
    kann es sich auch (zu) einfach
    machen. Konstruierter Fluß,
    dem man die Mühen und den Schweiß
    nicht anmerkt, das wäre mein Optimum.

    im Sinne der natürlichen Kunstgebilde

    quit

  9. #9
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    Also den literarischen Freischwimmer schaffen.
    Oder den Toten Mann auf dem lyrischen Meer?

    Einfach hinein in den Fluß und mitreißen/lasssen:
    Kraulen hin und wieder auf jeden Fall.

    Versuchen wir´s.

    hips


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