1. #1
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    kurzes Intermezzo zwischen Sinn und Verstand

    Ich hangelte mir einen Fisch und über Dich
    fielen tausend mehr und kein geringerer
    als dieser Kleine einen Gedanken
    an Blitzschlag und ein Donnerwetter
    aus Gewitter zu Dir verschickt
    als Brief mit Kleingedrucktem
    was Du besser hättest
    sofort gelesen
    bevor uns die
    Atemluft
    aus geht!
    Puuhh.

  2. #2
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    Hm, schwer zu orten, dein Dings...

    Lieber Micha,

    dachte mir als echter "Fisch" , da musst du ran, auch wenn sich mir der tiefere Sinn noch nicht recht erschließen will, zumal auch die äußere Form nicht wirklich weiter hilft.

    Enen Fisch angelt man sich ja für gewöhnlich, hier aber hangelt sich dein LI einen solchen. Nun frage ich mich angesichts der Tatsache, dass über das LD Tausend mehr herfielen, ob die Geschichte nicht von einem Kraken erzählt wird, was wegen des Briefes mit dem Kleingedruckten allerdings wenig stimmig wirkt.

    Hast du "Kleine" in Z3 bewusst groß geschrieben? Auch syntaktisch habe ich ein Probklem zum Schluss, da verträgt sich was nicht. Normalerweise müsste es doch heißen: ...was du besser hättest sofort lesen sollen, bevor und sie Luft ausging. d.h. die Angelegenheit ist schon vorbei, wie sonst könnte LI davon sprechen, dass den beiden fast die Aremluft ausgegangen wäre?

    Da laut Titel hier aber Sinn und Verstand obwalten sollten, zermartere ich mir das bisschen Fischhirn weiterhin, komme aber bisher nicht hinter deine Intention.

    Ich hangelte mir einen Fisch und über Dich
    fielen tausend mehr und kein geringerer
    als dieser Kleine einen Gedanken klingt einfach merkwürdig, falls Kleine substantivistisch korekt ist.
    an Blitzschlag und ein Donnerwetter
    aus Gewitter zu Dir verschickt
    als Brief mit Kleingedrucktem
    was Du besser hättest
    sofort gelesen
    bevor uns die
    Atemluft
    aus geht!
    Puuhh.

    Brauche Hinweise.

    Liebe Grüße
    crux

  3. #3
    Schwirl Guest
    Zitat Zitat von Metapher
    Ich hangelte mir einen Fisch und über Dich

    Du schreibst nicht angeln...hmmm also ist es ein hangeln, nichts Festes,und Information/ Neugierde über mich

    fielen tausend mehr und kein geringerer
    [I]
    also viele und ein wertvoller Gedanke[/I]

    als dieser Kleine einen Gedanken

    Du machst den Gedanken *klein* dadurch wird er aber wichtig


    an Blitzschlag und ein Donnerwetter

    Es ist imposant/ großartig7 einschlagend


    aus Gewitter zu Dir verschickt

    Mit Donner verschickt mit Blitzen das ist vielleicht gefährlich


    als Brief mit Kleingedrucktem

    Die Wirklichkeit/ Realität ist auf kleingedrucktem geschrieben und nicht so erfreulich/ berauschend/ blitzend/ schnell


    was Du besser hättest

    ja hättest Du nur/ Vorwerfend der Vorwurf


    sofort gelesen
    bevor uns die
    Atemluft
    aus geht!

    Schade/ warum nur hast Du nicht... Luft ist zum Leben/Lieben da....
    Puuhh.



    Hallo Methapher,
    ich habe mal meine Ideen dazu geschrieben,
    Der Text gefällt mir sehr.
    Liebe Grüße sy

  4. #4
    Jona ist offline skurrile Multiplerose
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    Lieber Metapher,
    ohne auseinanderzunehmen, was der Inhalt in mir hervorrief, möchte ich dir sagen, dass dein Gedicht mich buchstäblich an den Rand der Atemlosigkeit trieb. Eine erstaunliche Wirkung, so im lyrischen noch nicht erlebt (in der Musik schon). Die Wendung "einen Fisch hangeln" hat mich dann doch zum Nachdenken gebracht. Geht das so? Und ich kam zum Schluss, klar geht das. Weil es bildlich funktioniert.
    Hinzu kommt die uneinheitliche Zeitverwendung. Schlüssiger wäre "bevor uns die Atemluft ausging." Allerdings verstärkt das Präsens hier die Wirkung des Strudels, in den du den Leser bannst und nach dem er kurz etwas Luft holen muss.

    Liebe Grüße,
    Jona
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    ~neues Gedicht~: Vergebung
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  5. #5
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    Hallo ihr Lieben,

    vielen Dank für Eure Kommentare.

    Dieses Gedicht funktioniert eigentlich nur, wenn man versübergreifen versucht die Bilder die sich aus den mehrfachen Doppeldeutigkeiten zu sehen. Der Inhalt, die Kernaussage ist eigentlich recht simpel gestaltet, es geht um Beziehungen. Allerdings sollte man nicht versuchen den Wortwitz aus diesen Zeilen zu entfernen um korrekte Sätze zu erhalten.

    Die Sache mit dem hangeln ist auch recht einfach zu erklären, ich nutze sie speziell für „über Dich“ und günstiger Weise gleich für (h)angeln. Der Fisch, der eine, der dicke Fisch im Teich wird dann weiter unten gebraucht.

    Die Form des Gedichtes sollte allerdings auch beachtet werden. Die Zuspitzung auf "Puuhh" sollte den dramaturgischen Höhepunkt darstellen. Das dann am Ende die Luft nicht ausging muss so sein, denn noch geht sie ja.

    Lieben Gruss an Euch.
    Micha

  6. #6
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    Shalalala, Schatz!

    Ich weiß gar nicht, was die anderen zu meckern haben (okay, sie meckern ja nicht nur). Sowohl der Zeitenwechsel, der meines Erachtens nicht unbedingt einer ist, als auch die scheinbaren syntaktisch-grammatikalischen "Fehler" ergeben sich für mich hier stimmig. Die Form deutet ja schon an, wie man es lesen sollte - nämlich schnell, ineinander verwoben und zum Puuhh! strebend.

    Vielleicht hättest Du die Doppeldeutigkeiten gerade bezüglich der Zeilensprünge noch mehr ausreizen können. Aber ich weiß selbst, dass das gar nicht so einfach ist, wie es ausschaut und man überreizt es auch allzu leicht.

    Insgesamt sehr fein - wenn auch mehr leichte Kost.

    alles liebe
    gott

  7. #7
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    Danke, danke, danke. Mit der Lesegeschwindigkeit triffst Du den Nagel auf den Kopf. Das Gedicht spitzt sich zu.

    Danke
    Micha

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