Thema: Blutmond

  1. #1
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    Blutmond

    Blutmond

    Blutrot ist er dort zu sehen,
    wunderschön und groß und rund,
    werd' in seinem Glanze stehen;
    ein einz'ges Wort verlässt den Mund.

    Immer wieder sprech' ich es,
    wird es einem Singsang gleich,
    krall mich am Gedanken fest.
    Mein Gesicht wie Schnee so bleich.

    Ein irrer Glanz in meinen Augen,
    das Messer liegt in meiner Hand,
    wird wohl noch zum Zwecke taugen.
    Hass vernebelt den Verstand.

    Nur ein Mensch wird heute sterben,
    halten wird mich keine Macht.
    Erde wird sich blutrot färben
    wie der Mond in dieser Nacht.

    P. Fischer, 31.01.07

  2. #2
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    wow!! das ist genial!!!
    mir gefällt vor allem die ruhe, die dieses werk trotz aller trauer und verzweiflung ausstrahlt. einfach phantastisch!
    lg, sorrow

  3. #3
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    Thumbs up

    wirklich ein tolles gedicht!!
    Hass vernebelt den Verstand.
    diese zeile wirkt auf mich etwas erzwungen, aber sonst ist es ein meisterwerk!

  4. #4
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    Danke für eure Kritik.
    Schön, dass euch dieses Gedicht gefällt. Um ehrlich zu sein hätte ich mit schlechterer Kritik gerechnet, da ich persönlich über einige Zeilen stolpere (allerdings nicht über "Hass vernebelt den Verstand." )
    Bei dieser gelegenheit bedanke ich mich auch bei der Person, die mich zu diesem Gedicht inspiriert hat.

  5. #5
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    Na dann wollen wir mal sehen, wo man deiner Meinung nach stolpert, fishmac

    Blutrot ist er dort zu sehen,
    wunderschön und groß und rund,
    werd' in seinem Glanze stehen;
    ein einz'ges Wort verlässt den Mund.
    XxXxXxXx
    XxXxXxX
    XxXxXxXx
    xXxXxXxX ---> unbetonte Silbe am Anfang

    Immer wieder sprech' ich es,
    wird es einem Singsang gleich,
    krall mich am Gedanken fest.
    Mein Gesicht wie Schnee so bleich.
    XxXxXxX
    XxXxXxX
    XxXxXxX
    XxXxXxX

    Ein irrer Glanz in meinen Augen,
    das Messer liegt in meiner Hand,
    wird wohl noch zum Zwecke taugen.
    Hass vernebelt den Verstand.
    xXxXxXxXx
    xXxXxXxX
    xXXxXxXx
    XxXxXxX ---> betonte Silbe zum Zeilenauftakt

    Nur ein Mensch wird heute sterben,
    halten wird mich keine Macht.
    Erde wird sich blutrot färben
    wie der Mond in dieser Nacht.
    XxXxXxXx
    XxXxXxX
    XxXxXxXx
    XxXxXxX



    S 2 + 4 sind perfekt. Die anderen - siehst du ja.
    Nichtsdestotrotz liest sich dein Text schön und flüssig. Gefällt mir.

    Mit Gruß,
    Katzi
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  6. #6
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    Genau darauf habe ich gewartet

    Ja, ich gebe zu, ich hatte schon immer Probleme mit dem Metrum (Sehr zur "Freude" meiner Deutschlehrerin ), wahrscheinlich auch, weil ich nicht besonders darauf achte - ich schreibe die Gedanken nieder, wie sie mir in den Sinn kommen und dieses Gedicht floss mir gerade zu aus der Feder. Ich habe erst beim späteren Lesen bemerkt, dass ich beim Metrum doch einige Fehlerchen gemacht habe, doch wenn es erst einmal auf dem Papier steht finde ich es sehr schwer, es zu verbessern, da ich mit jedem Wort den Sinn verändern könnte (und mir meistens auch nichts einfällt ^^').

  7. #7
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    Ich finds trotzdem ok so und habe dein Gedicht gern gelesen.
    Wie lange du schon schreibst, weiß ich nicht, aber das hier ist schon gut gemacht.
    Gruß an deine Deutschlehrerin.
    Sag ihr, nicht alles, was metrisch perfekt ist, ist auch ein gutes Gedicht
    Inhalt, Sprachmelodie, Verdichtung der Intention - alles das finde ich wichtiger.
    Natürlich sollte es auch schön klingen. Und das ist bei deinem gegeben.

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  8. #8
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    hallo fishmäc,

    ich kenne das problem, geht mir auch oft so
    das gedicht ist dennoch sehr gut gelungen und hat einen gewissen wiedererkennungswert. beim ersten lesen gefiel es mir, beim zweiten lesen beeindruckte es mich. und es ließ mich nicht mehr so recht los und zwang mich zu einem dritten und einem vierten lesen^^
    Neues von mir:
    - Ein Morgen
    - In runden Bahnen
    - Freiheit

  9. #9
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    @ Katzi:
    Es freut mich wirklich, von dir zu hören, dass du das Gedicht gut findest, da ich deine Werke sehr gerne lese.

    @ Demon:
    Danke für deine Worte, sie haben mich wirklich motiviert. Es freut mich, wenn jemandem das Gedicht so gut gefällt, dass er es gleich mehrmals ließt und es ihn sogar beeindruckt.

  10. #10
    königindernacht Guest
    Hallo,

    obwohl dies nun nicht so meine Rubrik ist, fiel mir beim Schmökern dein Gedicht auf und mit Achtung schaue ich auf die gelungenen Reime. Die Lösung für Strophe 1 könnte sein: Nur ein Wort verlässt den Mund. und in der dritten Strophe: Der Hass vernebelt...

    Dann stimmt es im Rhythmus wieder.

    Gern gelesen, herzlichst, KÖ

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