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    Kindergeschichte: Die kleine Biene, die ihren Stachel verlor

    Ich hoffe mal, dass es euch gefällt.

    Die kleine Biene, die ihren Stachel verlor

    Es war einmal eine kleine Biene, die jeden Tag fleißig und emsig auf der grünen Wiese von den
    Blumen den Blütenstaub gesammelt hat, um daraus später Honig zu machen.
    Da sie so fleißig war, hat sie an diesem Tag schon ganz oft zur Wiese und wieder zurück nach
    Hause fliegen müssen, da sie ja nicht so viel auf einmal tragen konnte.
    Gerade hat die kleine Biene ihre Beine schon fast voll gehabt, als sie noch eine große schöne
    Blume entdeckt hat, mit viel Blütenstaub. Sie dachte sich: "Ein bisschen mehr kann ich ja noch tragen.
    Die Königin wird stolz auf mich sein.". Gesagt, getan. Die Biene flog zur großen Blume hinüber
    und fing an, den Blütenstaub an ihre Beine zu heften.
    Plötzlich kam ein großer böser Mann daher, und hat nur so aus Spaß die arme kleine Biene von der Pflanze
    gestoßen. Da ihre Beine so voll mit Blütenstaub waren, purzelte die kleine erschrockene Biene hinunter.
    Vor lauter Schreck und der schweren Last konnte sie nicht gleich los fliegen.
    Der böse Mann lachte laut, als die Biene auf der Erde lag und ihren gesammelten Staub verloren hat.
    Er war überall verteilt und schmutzig geworden, von der Erde. Die Königin mag nur sauberen und guten
    Blütenstaub haben und ist ziemlich schnell böse, wenn er mal etwas schmutzig geworden ist und nicht
    mehr gut ist.
    Die kleine Biene war sehr wütend auf den bösen Mann und flog zu ihm herauf bis auf seine Nase.
    Mit einem großen Satz stach die kleine dem Mann in die Nase, so dass er laut aufjaulte.
    Der Stachel hing so fest, dass die Biene ihn beim wegfliegen aus Versehen abgerissen hat.
    Der böse Mann rannte heulend und schluchzend davon und kümmerte sich nicht mehr um die Bienen.
    Traurig wegen dem Stachel und dem Staub flog die Biene nach Hause.
    Dort fragten gleich ihre Eltern und ihre Freunde, was passiert ist, da ihr Stachel weg war.
    Sie erzählte weinend und unter viel Tränen, was draußen auf der Wiese passiert ist.
    Die Eltern und die Freunde der kleinen Biene waren auch total wütend auf dem Mann und erzählten
    alles der Königin. Als diese das hörte, beschloss sie, am nächsten Tag alle Wachen auszusenden, die
    den Mann finden sollten.
    Die kleine Biene bekam noch etwas Honig, wurde ins Bettchen gebracht und ihre Mama hat ihr noch
    eine kleine Gute-Nacht-Geschichte erzählt, so wie ich dir jetzt.
    Am nächsten Morgen wurde die Biene ausnahmsweise mal nicht von ihrer Mutter geweckt, sondern vom
    Losfliegen der vielen Wachen. Sie machten ein so lautes Summgeräusch, dass der ganze Bienenstock, so nennt
    man das zu Hause der Bienen, wach wurde. Die Königin befahl, dass heute keiner außer den Wachen den
    Stock verlassen durfte, weil es draußen zu gefährlich war.
    Der kleinen Biene war das sowieso egal, weil sie sich eh nicht ohne Stachel hinaus traute.
    Sie dachte sich, dass dann die anderen Bienen sie auslachen würden, weil sie anders aussah.
    Doch das stimmte aber nicht: Alle ihre Freunde und Verwandten haben sie besucht und getröstet.
    "Auch wenn du keinen Stachel mehr hast, lieben und mögen wir dich genauso wie vorher. Du kannst
    doch nichts dafür, dass der böse Mann dich geschubst hat und uns gefällst du auch ohne Stachel.
    Jetzt bist du sogar was Besonderes!"
    Die kleine Biene freute sich sehr, dass es keinem was ausmachte, wenn sie keinen Stachel mehr hatte.
    Plötzlich war ein lautes Stampfen zu hören und alle Bienen erschraken sofort. Sie flogen und rannten
    alle durcheinander und versuchten sich zu verstecken.
    Wenn man nach draußen sah, konnte man sehen, dass dort der große böse Mann auf den Bienenstock
    zukam, von dem die kleine Biene erzählt hatte.
    Als er näher kam, sah man, dass er nicht ärgerlich aussah oder so, als wenn er den Bienenstock
    zerstören wollte, nein, in seinem Gesicht sah man, dass er irgendwie ängstlich war.
    Die Bienen konnten aber nicht genau sehen, warum und rannten immer noch wild durcheinander.
    Kurz vor dem Stock blieb der Mann stehen und schaute durch die Fenster hinein.
    Die Bienen fürchteten sich immer noch und wussten keinen Ausweg.
    Die Königin rief auf einmal: "Halt, jetzt beruhigt euch doch. Schaut doch mal nach draußen! Schaut genau
    hin!". Die Bienen blieben langsam stehen und schauten nach draußen. Sie sahen, dass hinter dem Mann
    die ganzen Wachen summten und er nichts machen konnte. Sie haben ihn gefunden und hergebracht, wie
    die Königin ihnen das heimlich befohlen hatte.
    Für den Mann waren es einfach zu viele Wachen, und sie würden ihn alle stechen, wenn er weglaufen würde.
    Die Wachen passten guten auf, dass der Mann nichts falsches anstellt.
    Die Königin kam nach vorn, bis zu dem Mann, und fragte: "Wieso hast du gestern die kleine Biene von einer
    Blume geworfen und dann auch noch gelacht? Sie hat sich sehr weh getan und den Blütenstaub verloren.
    Wegen dir hat sie sich auch noch den Stachel ausgerissen!".
    Der Mann schaute ängstlich hinter sich auf die Wachen und wusste nicht, was er im Moment sagen sollte.
    Er zuckte einfach nur mit den Schultern.
    "Du hast es also nur so aus Spaß gemacht, oder wie?", sagte die Königin, "Da wir friedlich Bienen sind und
    normalerweise niemanden einfach so angreifen oder weh tun, so wie du es gemacht hast, möchten wir dich
    auch nicht bestrafen. Wir möchten, dass du uns in Zukunft bei unserem Sammeln hilfst. Bring uns einfach
    schöne und große Blumen direkt an unserem Bienenstock, damit die Bienen nicht mehr so weit fliegen müssen
    und vielleicht noch mehr Blütenstaub sammeln können. Du kannst dafür dann auch sogar etwas von unserem
    Honig bekommen und wir tun dir nichts."
    Der Mann willigte ein und entschuldigte sich bei der kleinen Biene, dann holte er ein kleines Kästchen aus
    der Tasche und gab es ihr.
    "Was ist da drin?", fragte die kleine Biene erstaunt.
    Der Mann öffnete das Kästchen und da lag der kleine Stachel der kleinen Biene drin.
    Er hat ihn sich aufgehoben und wollte ihn eigentlich zurückbringen. Die Schmerzen in seiner Nasen waren
    ihm wohl eine Lehre gewesen, aber er hatte Angst, direkt zum Stock hinzugehen.
    Der Stachel wurde mit etwas Bienenwachs wieder angeklebt und die kleine Biene war überglücklich.
    Der Mann tat, wie versprochen, und hat jeden Tag eine schöne große Blume vor dem Bienenstock gestellt.
    Dafür stellten ihm die Bienen immer einen kleinen Topf mit Honig hin, worüber sich der Mann freute.
    So wurde aus dem bösen Mann ein guter Mann, der sich mit den Bienen anfreundete. Er hat nämlich
    gemerkt, "Wenn man Bienen nichts tut, tun sie einem auch nichts, da sie nur ihren Blütenstaub wollen um
    Honig zu machen, und mehr nicht. Bienen sind friedliche Insekten und machen dafür Honig."
    Wenn sie nicht gestorben sind, dann bringt der Mann immer noch Blumen zu den Bienen und bekommt
    dafür leckeren, süßen Honig.

    Ende
    Gruß,
    Christian

  2. #2
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    Hallo Christian

    Deine Kindergeschichte ist echt süß, alles ist gut nachvollziehbar und das wichtigste, es ist für Kinder gut verständlich. Da ich oft mit Kindern der Kitas & Grundschulen „arbeite“ denke ich es einzuschätzen zu können. Also ich denke mal geeignet von 4-10 Jahren. So, das zu deinem Werk. (Übrings, ich habe auch ein Kindermärchen in Arbeit, was von Hexen und Zauberer)
    Jetzt noch ein paar aufmunternde Worte.
    Gedichte Com. ist eine Riesen Plattform, glaub ja nicht man wartet auf dich. Jeder muss sich hier irgendwie bemerkbar machen, mit Fleiß, mit gegenseitigen akzeptieren. Je länger du hier arbeitest, etwas einstellst und auf andere Werke einen Kommentar abgibst um so mehr wirst du beachtet. Es ist alles ein geben und nehmen. Ich bin knapp ein Jahr hier, schreibe mal besseres und „Schrott“ Die User die hier bei 1000 Beiträgen liegen haben sich schon eine gewisse Akzeptanz erarbeitet. Es gibt alte „Hasen“ und „Frischlinge“, die Bezeichnung ist nicht auf ihre Alter zurück zu führen sondern die Menge an Beiträgen. Aber wenn du dich eingearbeitet hast, wird es dir Spaß machen, das „Zeug“ dazu hast du. Deine Kindergeschichte ist angenehm freundlich und gut verwertbar.
    Also, zeig der Welt, das du gut bist und verzage nicht, wenn vielleicht anfangs die Resonanz spärlich ist.
    Bis bald.

  3. #3
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    Hallo Christian!

    Schöne Kindergeschichte. Hab ich sehr gern gelesen.
    Als "alte Imkerin" freut's mich außerdem, dass du versuchst, den Kindern Angst vor Bienen zu nehmen.
    Ein paar "zoologisch" nich ganz korrekte Sachen sind zwar drin, aber darüber kann man hinwegsehen. (Zum Beispiel sind es immer die ältesten Bienen, die "nach draußen" geschickt werden und dann Blütenstaub sammeln bis sie sterben - das is quasi der letzte Schritt auf der Karriereleiter. Und wenn eine Biene jemanden sticht, begeht sie immer Harakiri, weil die Stachel Widerhaken haben und stecken bleiben.) - Bin mir immer nich sicher, ob solche "Halbwahrheiten" richtig oder falsch für Kinder sind - hab da keine Erfahrung.

    Aber ansonsten: Kompliment und mach weiter so.

    Juliane

  4. #4
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    14
    Vielen Dank erstmal für eure Kommentare und Kritiken.

    Nun, das mit den ältesten Bienen weiß ich leider nicht so genau, komme nicht
    aus der Branche.
    Ich habe mich beim Schreiben gedanklich etwas an Biene Maja orientiert, die
    ja auch den Stock verlässt und durch die Gegend summt , aber kopieren wollte ich das jetzt nicht!!
    Nun, und die Sache mit dem Harakiri möchte man ja den Kindern auch nicht
    erzählen.
    Die Story ist auch spät Abends entstanden. Meine Frau lag derzeit mit unserem
    Kleinen nach der Geburt noch im Krankenhaus. Ich wollte schlafen gehen, hatte
    das Licht aus, die Augen halb zu und mittenmal wie ein Blitz schossen mir die
    Gedanken und Worte durch den Kopf. Ich habe dann sofort ein paar Blätter
    genommen und angefangen zu schreiben. Mir hat sogar die Hand zum Schluss
    weh getan .
    Naja, beim Aufschreiben auf dem Computer habe ich dann noch ein paar fiese
    Patzer behoben und dann so belassen, wie die Geschichte jetzt ist.
    Gruß,
    Christian

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