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  1. #16
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    Hallo ferdi,

    so schön wie Oswald kann ich es nicht sagen, aber es geht mir wie ihm - staunend und stumm ...

    Mit Dank grüßt
    windflug


    P.S. Hat sich bei Perseus und Andromeda ein vertippstes M eingeschlichen?

  2. #17
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    Klabunds Arosa-Fahrt

    Hier hätten sich eigentlich die Schweizer zu Wort melden müssen. Ich war nie in Arosa. Sieben Stunden ist Klabund in der Kutsche unterwegs, genau ostwärts, über tausend Höhenmeter zwischen Chur und Arosa sind zu überwinden, da steigt der Abendstern auf. Über der Maienfelder Furka, dem Paß, der Arosa mit Davos verbindet. Er schreibt von einer Paßhöhe, also ist er schon weiter als Arosa, denn davor gibt es keinen Paß. Venus, der Abendstern, nimmt seine Gedanken mit zur Liebe - in einem Lungensanatorium hat Klabund seine erste Frau kennengelernt. Ich weiß freilich nicht, ob das in Davos war... Er heiratete 1918. Vielleicht ist das Gedicht aus der Zeit knapp davor.

  3. #18
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    Klabund ist ein klasse Dichter. Hat mich gewundert, dass ein Expressionist auch noch diese Form gebraucht. Aber gut, warum eigentlich nicht? ^^ Immerhin ist der Inhalt sehr interessant, schön eruptiv und kryptisch. Bei zeiten werd' ich mich mal dransetzen und mir meine Gedanken drüber machen (gleiches gilt für deine "Glosse", ferdi ).

    Das heutige Exempel habe ich noch nicht gelesen, vielleicht die Tage.

  4. #19
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    Nachdenken war eher im Sinne einer Kritik gemeint.

    Ich sollte nicht zu viel abkürzen, dadurch entstehen nur Missverständnisse. ^^

  5. #20
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    Hallo ferdi,
    mir geht es ähnlich wie Dir. "Schienenstrang" zu kritisieren hieße unzählige klassische Vorbilder verdammen. Mir sind in solchen Fällen die Komposita am liebsten, bei -keit etc. gefielen mir davor zwei kurze Silben besser (Wunderlichkeit oder was immer)... Ein wenig bin ich antik beeinflußt: Wenn an die Stelle von zwei Senkungen eine einzige tritt, sollte sie nach meinem Geschmack lang sein - langer Vokal oder eine konsonantenreiche Silbe. Aber siehe oben - für Schiller und Konsorten existierte diese Hürde nicht. Da hätten sie nicht die Hälfte ihrer Distichen geschrieben...

  6. #21
    yaira Guest
    Ich hatte diese kleine Diskussion schon im entsprechenden Faden gesehen und ich denke, dass das Problem darin liegt, dass die Betonung in einem lyrischen Text nicht 100%ig durch die Akzentuierungsregeln des Dudens abgedeckt werden kann oder darf. Natürlich ist das in meinen Augen kein Freifahrschein zum Verbiegen der Sprache, aber ein dreisilbiges Wort auch mal auf einer nich oder nur ganz schwach betonten Silbe zu betonen stellt für mich kein Problem dar, vor allem, wenn es sinntragende Silben sind, wie eben bei "Schienenstrang". Hart wird es in meinen Augen bei den -heit-Endungen etc., da diesen eben der Wortbedeutungscharakter fehlt...

    Zu deinen Beispielen: Stellt sich bei Elefant nicht eher die Frage, ob man auch die erste Silbe betonen kann?

    Grüße
    yaira

  7. #22
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    Grabsprüche
    Da gefällt mir der Stolberg trotz des Doppelherzens fast besser als Herder. Vor allem Herders erste Zeile erschließt sich nur mühsam der richtigen Betonung. Am natürlichsten liest sie sich mit 4 Daktylen und einem Trochäus... dann hat man aber keinen kompletten Hexameter...

  8. #23
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    Theodor Vischer

    In der Tat ein seltsames Unterfangen, Lehrgedichte gegen Schulmeisterei zu schreiben! Daß der dichtende Theoretiker vom Wert der Mundart überzeugt ist, merkt man auch an der nur mundartlich vertretbaren Betonung des Wortes "Schulmeister" auf der Silbe "-mei-"

  9. #24
    yaira Guest
    Kraft des Glaubens

    Berge versetzt der Glaube. Jawohl! Die schweren Probleme
    Löset der Glaube nicht auf, sondern veschiebet sie nur.
    Schau an, dass Feuerbach Distichen schrieb, wusste ich wirklich nicht. Aber eigentlich ist die Form doch wirklich geeignet für kurze prägnante Kritik.
    "Kraft des Glaubens" gefällt mir gut. Die Komposition, wie er das geflügelte Wort umdreht und Kritik daraus macht ist gelungen in meinen Augen.

    Ferdi, mich würden da noch ein paar andere interessieren, falls du ein paar auf dem PC hast oder so würd ich mich freuen.

  10. #25
    yaira Guest
    Oh danke ferdi, die werd ich mir später noch genauer anschauen.

    ich hab in Religion Abitur gemacht mit Schwerpunkt Religionskritik. Da kommt man um Feuerbach nicht herum...

  11. #26
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    Hallo Ferdi, habe ich etwas übersehen, oder ist Hölderlin tatsächlich nicht dabei.
    Ringsum ruhet die Stadt; still wird die erleuchtete Gasse,
    Und mit Fackeln geschmückt, rauschen die Wagen hinweg, ...
    (aus Brot und Wein)
    Schön und verdienstvoll, wie du altes Kulturgut aufleben lässt.
    Liebe Grüße,
    P.

  12. #27
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    Lieber ferdi,
    leider also ist der Distichonfaden mit Nummer 50 beendet. Aber ich denke, alle treuen Leser haben viel gelernt und sind Dir dankbar für so viel Mühe und Abwechslung bei der Darstellung des spröd erscheinenden Themas. Zum letzten Beitrag (Hebbel) fiel mir an anderer Stelle was Parodistisches ein...
    LG - Oswald

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