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  1. #1
    yaira Guest
    Um keine Verwirrung und Verstückelung in ferdis Faden das tägliche Distichon drüben in der Bibliothek zu provozieren, und um allen an der Form interessierten auch diese Möglichkeit zur Diskussion zu eröffnen, habe ich auf ferdis Wunsch die Kommentare extrahiert und hierher verschoben.

    yarasa
    Hallo ferdi,

    jetzt will ich mich hier endlich mal melden, weil ich es wirklich schön finde, wie du versuchst, den dotcmlern diese schöne Versart näher zu bringen.
    Sehr schönes Beispiel wie ich finde. Der Schall wird beinahe durch die Verse vom Kloster zur Tanne transportiert.
    Die Zäsur im ersten Pentameter ist wirklich interessant, da es auch Sinn machen würde, den Satz nach "Wald" enden zu lassen. Kompliment an Mörike, das muss man erstmal schaffen *g*

    Hoffe, dein Faden wird noch ein bisschen Anklang im Forum finden.

    Liebe Grüße
    yaira
    Geändert von yarasa (04.03.2007 um 19:40 Uhr)

  2. #2
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    Hallo Ferdi,
    "Anklang im Forum" wäre schön
    Anklang bei mir hat diese informative Rubrik bereits vor drei Tagen gefunden, als ich eher zufällig hier landete. Aber yaira hat recht, man kann es ruhig auch mal erwähnen, was an dieser Stelle lobend geschieht.

    Ein kleines Extradankeschön für die kurzen Hintergrundinformationen zum Autor und zu den formalen Besonderheiten des jeweiligen Distichons. Das solltest du unbedingt beibehalten; es erleichtert mir, der ich noch nicht so tief in diese Form vorgedrungen bin, den Zugang sehr.

    Ob ich irgendwann hier selbst ein Epigramm posten werde, kann ich noch nicht sagen. Vorerst muss ich noch mehr Informationen sammeln und letztlich muss einen ja auch noch richtig die Lust packen. In jedem Fall werde ich 'das tägliche Distichon' weiter verfolgen, wenn auch nicht tgl. kommentieren.

    lg VC
    Das System sagt, ich will das, aber ich will das nicht.
    Peter Arbeitsloser

  3. #3
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    Anklang im Forum? Ich lese die Dinger regelmäßig und bin dankbar für die Zusatzinformation.
    Der Weg zum eigenen Distichon ist für manchen wie mich noch ein weiter. Da sollte man sich vorher ausgiebigst mit den Klassikern und dem Umgang der Form beschäftigen.

  4. #4
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    Hallo ferdi

    auch ich will meine täglich Neugier auf deinen neusten Post in diesem Faden mal kundtun, denn das Distichon ist tatsäschlich interessant. Mir war es bis dato nur 'formal' bekannt und der Zugang fällt mir immer noch nicht leicht.

    Interessant ist es trotzdem...

    LG
    yarasa
    Saitenweise Ideen
    aber vielleicht leckt das Gehirn so sehr, dass ich auch mal wieder dichtend unterwegs sein werde

    Eine Art Grundsatzpapier zu meinen Kritiken
    yarasas Fingerübungen

    Die Frederick-Maus hat mich schon als Kind nachhaltig verdorben. Von da an wollte ich Dichterin sein.

  5. #5
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    Die Schiller- und Claudius-Merkverse sind immer gut einzubringen. Vielleicht kann man noch eine kurze Einführung diesbezüglich machen (?).
    Der Aufbau eines Distichons wurde ja anderswo bereits erklärt, aber hier würde er nochmal gut hineinpassen. Laut meinem Gedächtnis setzt sich das Ding aus einem Hexameter und einem Pentameter zusammen (s.o.), wobei das Hexameter aus sechshebigen Daktylen besteht, die - ausgenommen bei der fünften Hebung - zu Trochäen verkürzte werden können und am Ende i.d.R. katalektisch (nicht vollendeteer Versfuß) sind, und das Pentameter zwar auch aus Daktylen/Trochäen besteht, allerdings mit einem Hebungsprall nach der dritten Hebung (X/X - Spondeus) und das Ende ggf. auch hier verkürzt wird. so zumindest die strenge antike Vorlage, wenn ich mich nicht irre. Vielleicht kann das jemand noch genauer und mit x-en aufzeigen.

    @ferdi
    Stimmt, auf dem Planeten habe ich "An die Ewigen" gepostet. (Und war froh, dass dort einer war, der die Odenform erkennen konnte. ^^) Antike Formen gibt es hier sehr selten. konn0r hatte, glaube ich, beim ersten wettbewerb noch eine schöne afaik asklepiadeische Ode verfasst, ansonsten blieb nichts bei mir hängen.
    Distichen sind dennoch nicht einfach. Ich will hier lieber noch mehr über Möglichkeiten und besondere sprachliche Mittel erfahren, die das ganze vervollkommen (was genau macht die Qualität von Hölderlin'schen Oden/Schillers, Goethes Distichen aus?).

  6. #6
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    Mal 'ne wichtige Frage: Kann das Versmaß von Hexametern/Pentametern innerhalb einer Elegie jeweils zueinander abweichen?

    Ich meine damit folgendes: Sagen wir, das erste Hexameter ist so aufgebaut:
    XxxXxxXxXxXxxXx (Daktylus - Dakt - Trochäus - Tr - Dakt - Tr)

    Könnte dann das nächste (oder übernächste) so gebaut sein:
    XxxXxXxxXxxXxxXx (Dakt - Tr - Dakt - Dakt - Dakt - Tr)

    Die möglichen Abweichungen innerhalb einer Elegie sind für mich interessant. Wie sahen das die strengeren Formalisten?
    Bei Goethes Römischer sehe ich auch auf den ersten Blick einige Unregelmäßigkeiten.

  7. #7
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    Du hast hier Ahnung, ich frage bloß nach.

    Für den Fall, dass ich eines versuchen würde, wäre es wichtig. Bei Goethes Römischer V habe ich aber, wie gesagt, auch wechselnde Versfüße in den einzelnen Abschnitten festgestellt.

  8. #8
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    Hallo ferdi,
    als Neueinsteiger habe ich die germanistisch fundierten Beiträge heute nachgelesen und viel gelernt. Den Goethe hast Du - oder eher der verirrte Finger - um 10 Jahre jünger gemacht. (59 geboren statt 49). Bei ihm wußte ich das zufällig, bei den andern hätte ich keine Ahnung gehabt...
    Jedenfalls Gratulation zur Idee und zur Realisierung des täglichen Distichons!
    Oswald
    Geändert von Oswald (08.03.2007 um 11:01 Uhr)

  9. #9
    yaira Guest
    Nun, ich persönlich halte wechselnde Versfüße für legitim und erinnere mich, schon beides gelesen zu haben.

    Ein paar Worte zu den Distichen, die ferdi heute eingestellt hat:

    Ich denke, beide wären nicht das schlechteste Motto für dotcom. Ersteres klingt für mich (heute) aber leider eher wie ein frommer Wunsch, als wie Realität. Inwieweit glaubt ihr haben Verse heute noch Wirklich eine Wirkung uf "die Öffentlichkeit"?

    Zum zweiten: Sicher zu beherzigen. Allerdings muss ich sagen halte ich die Gestaltung nicht für besonders gut. Vorallem die Zäsur mit dem Hebungsprall ist schlampig gesetzt, finde ich.

  10. #10
    yaira Guest
    Ich meinte: Begriff//vom... gefällt mir nicht wirklich. Das "vom" ist mir für diese Stelle zu schwach.

    Sprachspiele ja. Aber zwischen Lyrik, die ich ernst nehmen möchte und 99,9 Prozent der Werbesprüche möchte ich doch einen Unterschied machen.

  11. #11
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    Hallo ferdi,

    dein heutiges Distichengedicht hat mich inspiriert zu der folgenden Übertragung in die Neuzeit, wobei ich allerdings über vier Zeilen nicht hinausgekommen bin:

    Weil du nun glaubst, du verstehst die Sprache der menschlichen Gene,
    Weil Chromosomen du liest, so wie ein Schulkind sein Buch,
    Doppelte Helix dir gilt als Spirale der reinen Erkenntnis,
    Wähnst du dich, Mensch, als ein Gott, greifst in das Rad der Natur.

  12. #12
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    Wenn es denn soweit kommen sollte - gern. Aber der "gesprenkelte Wurm" in Hofmannsthals Distichon könnte das Band von Schriftzeichen meinen, aus denen die Sprache für den Dichter besteht. Er möchte sie dem schlafenden Regenten in den Mund legen. Wird letztlich nicht funktionieren.

  13. #13
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    "hieher" von Novalis... ich wußte lange nicht, daß auch die Form "hierher" gültig ist. Meines Wissens sind die im Lexikon als altmodisch abgestempelten Formen "hiefür, hiemit, hiebei" etc. noch vielerorts in Gebrauch. Mir sind sie vom Klang her lieber. Sehr subjektiv natürlich.
    Hölderlin: Klingt auch wunderschön. Wenn ich es laut lese, ein paarmal, verstehe ich ungefähr den größeren Zusammenhang. Keineswegs alles, obwohl ich beruflich auch oft ältere Texte lesen mußte. Ehrlich, wie geht es Dir mit solchen Texten?

  14. #14
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    "Wer wird nicht einen Klopstock loben?"... Diese Elegie klingt fast flüssig lesbar, aber "Armen" auf der zweiten Silbe zu betonen - ist starker Tobak.In der Z2 schiene mir die "einsame Bahn aller Unsterblichen" eingängiger, aber alter scheint zu stimmen. Und Z 11 "Sei wie der Tau des erwachenden Tages, der vom Rosengebüsche" - da muß es natürlich "Tags" heißen... Aber jedenfalls danke für das neue Kapitel. Wo bleiben nur die anderen Stimmen aus dem Forum?

  15. #15
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    Täglich von neuem begegnen wir hier den erhabensten Dichtern.
    Vor ihrer Distichen Glanz stehen wir staunend und stumm.
    Geändert von Oswald (24.03.2007 um 13:34 Uhr)

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