1. #1
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    Linguistik für Laien

    Hallo!

    Woitek stellte mir die Frage, was der Unterschied zwischen regressiver und progressiver Nasalassimilation ist. Da ich die Frage nicht in dem entsprechenden Gedichte-Faden beantworten wollte (off-topic), also hier:

    Allgemein ist die Nasalassimilation ein phonologischer Prozess, bei dem ein Nasal durch einen anderen Laut verändert wird. Geht der Laut dem Nasal voraus , handelt es sich um progressive, folgt der Laut um regressive Nasalassimilation.

    progressiv: Haken [hak(ə)n] wird zu [hakŋ]
    regressiv: sanft [zanft] wird zu [zamft]

    Beide Prozesse sind optional, nur die regressive velare Nasalassimilation ist obligatorisch.

    regressiv velar: Tank [taŋk]
    Geändert von LiaWell (14.03.2007 um 10:57 Uhr)

  2. #2
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    Hallo gott ,

    Bin ich froh, dass der GK Linguistik schon weit hinter mir liegt .
    Aber ich frage mich, wie dieser Faden den Schreiberlingen hier helfen soll. Jetzt haben sie zwar ein weiteres Instrument zur Beschreibung von sprachlichen Phänomenen, aber brauchen sie es? Der Laie wird von den Begriffen überfordert sein und der linguistisch Interessierte (sind das eigentlich noch andere als Studenten und Dozenten der Germanistik? ) hat dazu sicherlich ein eigenes Standardwerk.

    Ahh, ich will den Faden hier nicht madig machen, vielleicht gibt es wirklich Nutzer, die hier einige Informationen für sich rausziehen können; ich war grad nur etwas entsetzt, dass mir in den Semesterferien, an einem sonnigen Mittwoch Morgen, die Nasalassimilation wiederbegegnet .


    Gruß

    Flo
    Was nützt es, dass du die Schlacht gewinnst, wenn du tags zuvor den Geschichtsschreiber beleidigt hast.... (W. Brudzinski)

  3. #3
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    Ich wollte bloß nicht einen Gedichtefaden damit zumüllen - aber wenn so eine Frage schon auftaucht, kann sie ja auch beantwortet werden.

  4. #4
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    So lange wir hier nicht die Phrasenstruktur-, die Dependenzgrammtik oder Wortmorphologie erläutern, soll´s mir recht sein
    Was nützt es, dass du die Schlacht gewinnst, wenn du tags zuvor den Geschichtsschreiber beleidigt hast.... (W. Brudzinski)

  5. #5
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    Hallo gott,

    ich danke dir für die Beantwortung meiner Frage, doch für ein komplexes Verständnis werde ich wohl um Müller et all, 02 nicht herumkommen.

    Der Faden ist doch nicht schlecht. Ich für meinen Teil werde auf ihn zurückgreifen, wenn ich linguistische Fragen habe und denke auch, dass hier Menschen zu finden sind, die sie mir beantworten können.

    Einen schönen Tag
    wünscht
    Woitek

  6. #6
    yaira Guest
    Hallo ihr Lieben,

    ich wusste doch, dass es hier einen Faden dieser Art gab. Ich habe eine Frage, vll. kann sie jemand aus dem Stegreif beantworten, sodass ich mich nicht durch Literatur schlau machen muss (Menschen werden unter zeitmangel so faul, wenn es um zusätzliche Arbeit geht, tststs).

    Gestern nacht spukte mir ein Gedichttitel durch den Kopf: Gewissen(s)haft und eben habe ich gesehen, dass es von Lailany einen Text mit dem Titel "Schicksal(s)haft" gibt. Mir kam dann der Gedanke, dass das "s" in dem Kompositum (man lese jetzt also die Schicksalshaft bzw. die Gewissenshaft) eigentlich als Fugenelement zu bezeichnen wäre, oder? Oder bekommt es dadurch, dass es hilft, das Substantiv vom Adjektiv (gewwisenhaft, schicksalhaft) zu unterscheiden, eine "größere" Bedeutung in der Wortbildung?

    Ich hoffe, ihr verzeiht mir meine naive Frage, aber die Linguistik ist nicht wirklich mein liebstes Gebiet *g*

    Liebe Grüße
    yaira

  7. #7
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    Ich glaub, das Fugen-s ist eh 'ne krumme Geschichte. Den genauen Sinn von dem Teil kenne ich nicht, es gibt da afaik auch nur Vermutungen darüber, warum es sich herfausgebildet hat. Nochmal zum Schicksal(s)haft: Hier liegt ja einmal die Bedeutung des Kompositums vor, die du angesprochen hast (das Schicksal + die Haft, i.S.v. Festgehaltensein). Hier könnte man das Fugenelement als Genetiv-s lesen (es wäre also paradigmatisch). Die Haft des Schicksals (= durch das Schicksal) wäre also deutlicher hervorgehoben. Ließe sich zumindest so auslegen. Beim Adjektiv handelt es sich, wie du sagtest, nur ums schicksal-haft. Ich vermute der/die AutorIn wollte die Zweideutigkeit durch das eigentlich überflüssige Fugenelement hervorstreichen und die Amivalenz der Wortkombination verdeutlichen.

    Soweit meine Deutung. ^^ Allerdings wie immer ohne Gewähr. Ein Fugenelement isses imo sicher, die "größere Bedeutung" entsteht durch den intentionalen Einsatz in diesem Wortgebilde.

    Gruß
    Phil

  8. #8
    yaira Guest
    Hab doch gehofft, dass du die Frage findest

    Fugenelemente sind wirklich eine seltsame Sache, mir fällt da ein Beispiel aus meiner ersten Wortbildungsvorlesung bei einem großartigen Professoren ein, das eigentlich zeigt, wie willkürlich dise Dingerchen sind: Ein Braten aus Schweinefleisch heißt in manchen Regionen Schweinebraten, in anderen Schweinsbraten.
    Vielleicht hat ja jemand noch eine meinung und/oder weiß mehr, als wir *g*

    Liebe Grüße
    y

  9. #9
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    Huhu yaira,
    "Schicksal(s)haft" hmmm...
    mit dem fugen-s ist der titel eigentlich nicht ganz so optimal
    besser wäre wohl "Schicksal-haft" oder sowas gewesen. (als titel)
    so wie aiaiawa hätt ich das aber auch interpretiert.
    bei manchen endungen kommt eben das "s" drann, bei manchen nicht,
    kommt auch drauf an, ob das wort ein substantiviertes verb ist, wenn
    ich mich recht entsinne und auch, ob das erste wort weiblich ist.
    meist ist das erste gefühl richtig. "Schweinsbraten" ist wohl eine ausnahme,
    und hört sich auch etwas merkwürdig an. sowie "Weinsflasche".
    naja es gibt schon viele ausnahmen.
    zb. heißt es Kindskopf, aber Bindfaden
    ach - es steht jetzt überall "Sportsbar" an den Premieresportbars...
    darüber musst ich neulich mal nachdenken.
    (hat wohl irgendjemand englische wörter zusammengemixt oder was verrafft)
    lg
    Onkie IIV
    Geändert von Onkie IIV (29.09.2007 um 01:21 Uhr)

  10. #10
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    Hm, sorry, aber "Schicksal" endet nicht auf "aft". Und "aft" ist alleine noch keine Präfix...
    Vielleicht ist der Titel 'Linguistik für Laien' etwas irreführend. ^^

  11. #11
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    du bist auch so einE präfix^^
    ja da war ich schon weiter mit meinen gedanken,
    naja hat ja nix mit dem rest zu tun.
    ich änders.
    lg
    Onkie IIV

  12. #12
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    Zitat Zitat von Florestan
    So lange wir hier nicht die Phrasenstruktur-, die Dependenzgrammtik oder Wortmorphologie erläutern, soll´s mir recht sein
    Was deine ersten beiden Punkte angeht, stimme ich dir zu.

    Doch gerade die Wort-Morphologie fand ich schon immer interessant!


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