Es war noch zu Zeiten, als ich in einem Einzelhandelsgeschäft, die Branche tut jetzt nichts zur Sache, als Verkäufer und Kundenberater fungierte.
Wer es kennt, weiß, daß dies ein interessanter und vielseitiger, aber auch stressiger Job ist.
Was gibt es da nicht alles für Kunden: angenehme und unangenehme; Kunden, die man immer wieder gerne sieht und solche, die man unverzüglich mit einem Tritt in den Allerwertesten wieder aus dem Ladenlokal entfernen würde.
Der Kunde, von dem hier die Rede ist, war eigentlich einer von der eher angenehmen Sorte:freundlich und verständig. Er zählte übrigens zu den "Honorationen" des Ortes, bekannt wie ein bunter Hund, meines Wissens in mehreren Vereinen und auch langjährig engagiert in einer wichtigen politischen Organisation.
Mit ihm machte die Tätigkeit Freude, und so wurde so manches Wort gewechselt, das nicht unbedingt zu einem Verkaufsgespräch gehörte.
Des öfteren führte er so ein Herren-Leder-Handtäschchen mit sich, welches längst "out" ist. Dieses pflegte er auch meistens auf dem Ladentisch abzulegen.
Als freundlicher Verkäufer fragte ich ihn eines Tages, nur um "im Gespräch" zu bleiben, auf das Täschchen deutend :"Ist das Aigner?" Im Prinzip interessierte mich das nicht im Geringsten. Ich wusste aber natürlich, daß dies eine Designer-Firma ist, was meinem Honorationen-Kunden aber nicht geläufig war, denn er antwortete, in der falschen Annahme, man schriebe das Hauptwort meiner Frage mit "E": "Ja, das ist meines!"
Er glaubte also tatsächlich, ich hätte ihn gefragt, ob das Täschchen ihm gehöre.
Gesprächspartner, denen ich diese kleine Episode gelegentlich zu Gehör brachte, konnten sich ausnahmslos zumindest eines Schmunzelns nicht erwehren.