1. #1
    Rosiel ist offline Theatralisches Gebilde
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    Die Gunst der Stunde

    „Schenke mir die Gunst der Stunde!“
    Hast du sonst auch nichts zu geben,
    Außer dein so armes Leben,
    lausche doch der frohen Kunde,
    Aus gar lüst’rem Weibermunde.
    Kontere ihr ruhig beflissen.
    Wollen sie dich nur verführen,
    Dich in ihren Fängen wissen,
    Brauchst du sicher nichts zu missen.
    „Glut kann Man(n) zu Feuer schüren.“
    Mit dem Kopf in den Wolken

    Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein.
    Faust

    ...frech grinsend in Richtung Schweiz

  2. #2
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    Unrichtig, dass niemand was geschrieben hat; man übersah's vielleicht. Naja, zum Gedicht....

    Interessant finde ich es, dass du wörtliche Rede benutzt, das lese ich nicht so oft; ist eben mal interessant, wie ich vor ein paar Wörtern schon mal gesagt habe.
    Hast du sonst auch nichts zu geben,
    Außer dein so armes Leben,
    das klingt schon ziemlich toll, finde ich.
    lausche doch der frohen Kunde,
    wird dadurch kurz wieder kaputt gemacht; der Weibermund, den mag ich dann wieder. Das zerpflückte "lüsterem", die Ellision, ist okay. Sie ist fast mittig im Gedicht, passt da gut hin. Sieht schön aus.
    Das Ende gefällt mir ziemlich.
    Bloß, allgemein mal; warum fängst du mal groß an am Versanfang, mal klein? Da ist kein Sinn drinn, oder? Denn "lausche" ist klein, aber "Außer", "Dich", "Brauchst" zum Beispiel sind's nich. Ich finde es sowieso etwas "totschlagend"; schreib doch nach Rechtschreibregeln, also nach Kommas klein weiter. Würde ich so machen. Es sei denn, es sieht dann ungut aus.
    Zur Form noch ne Kleinigkeit; das sieht aus wie ein Klumpen, fett gedruckt noch, vielleicht kursivgeschrieben? Aber ist kaum wichtig für mich.
    Rote, oder orangene Schrift wäre aber vielleicht schön.
    Ist das Reimscheme "offiziell"? Für mich sieht's etwas willkkürlich aus; ich guck da auch fast nie drauf, aber diesmal wollte ich dazu was sagen. Meinetwegen kannst du willkürlich reimen. Ich mag Gedichte schreiben nach Anleitung sowieso nur eingeschränkt, und manchmal.

    tschüßi, Ave
    Weisheit bedeutet, keine Angst und keine Absicht zu haben.

  3. #3
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    In schönen Worten hast du schöne Gedanken verfasst. Ich glaube, Zangan hat schon alles gesagt, was gesagt werden musste.
    Nur so aus reine Neugierde: Ist das eine Stanze ? Ich erkenn' nämlich eines...
    Obwohl. Eine Stanze beginnt doch immer mit einer unbetonten Silbe, auf der dann eine betonte Silbe folgt, oder nicht ? Und das mit 10-11 Silben. Also darf das Ende eine weibliche bzw. männliche Kadenz aufweisen. Bsp.: Goethe, "Zueignung".



    Gruß
    Geändert von Fluss (11.09.2007 um 17:35 Uhr)
    Willst du immer weiter schweifen?
    Sieh, das Gute liegt so nah.
    Lerne nur das Glück ergreifen,
    Denn das Glück ist immer da.


    -Johann Wolfgang von Goethe-

  4. #4
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    Zitat Zitat von Fluss
    Nur so aus reine Neugierde: Ist das eine Stanze ? Ich erkenn' nämlich eines...
    Obwohl. Eine Stanze beginnt doch immer mit einer unbetonten Silbe, auf der dann eine betonte Silbe folgt, oder nicht ? Und das mit 10-11 Silben. Also darf das Ende eine weibliche bzw. männliche Kadenz aufweisen. Bsp.: Goethe, "Zueignung".
    Eine Stanze ist es nicht, da diese nur 8 Versig und ein anderes Reimschema besitzt. Eine Strophenform die so aufgebaut ist wie hier, ist mir persönlich nicht geläufig. Es ähnelt dem eines Huitain, aber eben nur ähnlich, und auch zwei Verse mehr. Allerdings hat das Reimschema seinen Reiz, gefällt mir.

    Zum Rest hat Zangang schon einiges gesagt, dem kann ich mich im Großen und Ganzen anschließen, hatte dir ja glaube ich auch so schonmal gesagt, dass mir das Gedicht gefällt.

    Gruß,
    Flo

    edit: Mit einer unbetonten Silbe zu beginnen und alternierende Kadenzen sind kein Muss für eine Stanze.
    Geändert von Ensimismado (11.09.2007 um 17:48 Uhr)
    Neustes Werk aus meiner Feder:
    Liebe und Romantik - Schlaflied (für L.), Ein Leiserwerden, ohne Titel
    Verzweiflung schreit nicht, Verzweiflung schweigt.

    Die Melancholie des Seins - Fortsetzungsgeschichte
    Die Melancholie des Seins - Gesammelte Werke

  5. #5
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    hallo zusammen,
    nur ganz kurz weil ich im moment leider nicht mehr zeit dafür aufwenden kann, bei der Form des Gedichts handelt es sich um eine Dezime (siehe 10 Verse) und das Gedicht war nur ein Versuch damit zu arbeiten.

    liebe Grüße und danke für eure Kommentare

    Rosiel
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