Thema: Eines Tages

  1. #1
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    Eines Tages

    Eines Tages

    Zerbrochene Worte
    in einem Blick verfangen,
    sind auf der Zeitleiste
    auf ewig verdorrt.

    Große Irrtümer thronen
    wie auf Gläser getürmt,
    bis die Last
    sie eines Tages erdrückt.
    Geändert von Kerlchen40 (28.03.2007 um 08:31 Uhr)

  2. #2
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    Liebes Kerlchen,
    ich starte jetzt einen zweiten Versuch...
    hatte gestern schon einen Kommentar geschrieben und dann hat mein Pc sich aus irgendeinen Grund vom Internet abgemeldet und mein Kommentar war im Datennirvana verschwunden...
    liege ja in der letzten Zeit öfters daneben aber hier ist mein Versuch einer Interpretation.

    Es hat Streit gegeben und Worte sind gefallen die sehr getroffen haben. Egal ob die Anklage zu dem Zeitpunkt berechtigt war oder nicht, man hat in den Augen des Gegenüber gesehen, dass diese Worte verletzt haben. Darauf bauten sich immer mehr Mißverständnisse und Irrtümer auf. wenn einmal etwas zerbrochen ist...wird jedes Wort und jede Geste auf die "Goldwaage" gelegt. Und obwohl die falschen Worte damals schon lage "welk" sind, bleibt die entstandene Verletzung akut...darauf baut sich immer weiter missverstehen auf,solange bis das, was einmal zwischen den Protagonisten war, zerbricht. Wie ein Glas auf dem man versucht Wackersteine abzuladen, denn so schwer wiegen nach und nach die nicht ausgesprochenen oder angesprochenen oder falsch verstandenen Worte.

    Das war mein Verständnis zu deinem Werk lieber Stefan...

    liebe Grüße

    Babsi

    (PS. so sieht also das Kerlchen aus... )

  3. #3
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    (PS. so sieht also das Kerlchen aus... )
    WO?? *neugierig umschau*

    Hallo Stefan,

    mir gefällt dein kleines melancholisches Werk auch sehr.
    Diese Art von Streit oder Missverständnissen ist wie ein Mosaik:
    Eines Tages ist es fertig, voll und nichts geht mehr...

    Lieben Gruß, Katzi
    Nickänderung: supikatzi wurde zu Chavali


    ~WÖRTERWUNDERTÜTE~

    Werkeverzeichnis (unvollständig - ruft nach Aktualisierung): Katzenspuren

    ©
    auf alle meine Texte!

  4. #4
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    Hallo Ihr 3,

    ich bin beeindruckt (wie so oft) von der Fähigkeit Dinge aus Texten nicht nur herauszulesen, sondern regelrecht herauszuspüren. Babsi ich bin wahnsinnig beeindruckt von Deiner Weise diesen Text (wie auch andere zuvor) verstanden zu haben. Wann auch immer Du mal in meiner Gegend bist - melde Dich wegen einem Bier oder Wein. Du bist herzlich eingeladen! (Einladung gilt aber auch für katzi und netterzuhörer).

    Ja katzi - eines Tages ist es fertig, voll und nichts mehr geht!

    Kerlchen gesehen - das ist ja nicht so schwer - das Netz bietet da genug Möglichkeiten

    Gruß Stefan

  5. #5
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    Hallo Kerlche 32;

    Auch ich muss gestehen das mich deine Zeilen ansprechen; erdrückender Scherbenhaufen, der traurig Bilanz zieht, und sich dem Gegebenheiten ausgetrocknet ohne Kraft gegenüberstellt;

    Danke dir!
    Behutsame Grüße
    Behutsalem

  6. #6
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    Hallo Behutsalem,

    nicht alle Bilanzen haben einen Überschuss - ich danke Dir für Deine Worte.
    Schönen Tag noch.

    Gruß vom Kerlchen

  7. #7
    Tessa Guest
    Liebes Kerlchen,

    wie verletzend Worte sein können hat wohl jeder von uns schon erlebt.
    Oft entstehen daraus Missverständnisse oder es findet gar kein Austausch mehr statt.
    Nun stehen diese Worte im Raum, ein Raum voller Irrtümer und die Worte wollen einfach nicht verschwinden, ganz gleich was wir auch tun.
    Es reiht sich eines an das andere, breit, hoch, dicht.
    Sie stapeln sich bis zur Zimmerdecke, mit jedem neuen Tag, sie nehmen die Luft zum atmen und erdrücken uns eines Tages. Dies ist die Zeit, in der das Fass überläuft.
    Dies ist die Zeit, in der dieser Raum randvoll mit Irrungen ist und wir machen die Tür auf, treten davor, holen tief Luft oder ersticken draußen.
    Je nachdem.
    In jedem Fall aber, werden wir nicht in diesen Raum zurückkehren können.

    So habe ich dein Werk verstanden, für mich interpretiert und es gefällt mir ausgesprochen gut. Es macht nachdenklich, über sich selbst, über die Worte der anderen, über Worte eben.

    Liebe Grüße,
    Tessa

  8. #8
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    Hi Tessa,

    Du hast das schon sehr richtig rausgelesen. Was noch meine Intetion war, war die Aussage, dass einem manches Wort irgendwann leid tut - dass man irgendwann erkennt, dass es einem selbst ein tonnenschwerer Backstein auf den Schultern ist. Das ist zwar eine Erkenntnis, die etwas was zerbrochen ist nicht mehr wieder repariert - aber vielleicht verhilft es einem selber zu einer anderen Denkweise.

    Danke für Deine Worte "mal wieder".

    Grüßle Kerlchen

  9. #9
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    Hallo Kerlchen,

    "Eines Tages

    Zerbrochene Worte
    in einem Blick verfangen,
    sind auf der Zeitleiste
    auf ewig verdorrt.

    Große Irrtümer thronen
    wie auf Gläser getürmt,
    bis die Last
    sie eines Tages erdrückt."
    Mir gefällt dein Gedicht, auch wenn ich es etwas anders interpretiert habe. "Zerbrochene Worte" stehen für mich für gewisse Versprechungen des lyrischen Du's, die man nicht vergessen kann, die ge/"zerbrochen" wurden und eine resignierte Enttäuschung hervorrufen.

    Gern gelesen.

    LG

  10. #10
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    Liebes kerlchen,
    Worte verwunden unvergleichbar. Die Unsichtbarkeit der Wunden macht es noch schlimmer. Nie kann man erkennen (beim Gegenüber), ob diese verheilt sind und darum schmerzen sie doppelt bei einem selbst.
    Dennoch, es ist nicht der schlechteste Trost, wenn man solche Erfahrungen für die eigene Sichtweise tief verinnerlicht.
    Ich bin beeindruckt, was du in wenigen Zeilen bewegen kannst.
    Liebe Grüße
    Dana
    Die Seele ist kein Wasser, dessen Tiefe gemessen werden kann. (ind. Sprichwort)

    - Ich bin umgezogen. Meine neue Zuhause-Seite ist in meinem Profil zu finden -

  11. #11
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    Hallo Klangfarbe,

    so falsch liegst Du nicht - auch das mag sich hinter den Worten verstecken.

    Dana, Danke ! Ich denke es sind manchmal nicht nur die direkten Worte die verletzten sondern, die tonlosen Inhalte - oder vielleicht das wissen darum, dass sie nicht lebbar und umsetzbar sind.

    Gruß Stefan

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