Gedanken zum Tag der Weißwurst von Edgard Schimpf*


Die Weißwurst - Prall gefüllt mit Wurst und Kräutern
Zum zutzeln gedacht - wie an gefüllten Eutern

Sie labt ihm Süden - sie labt ihm Westen
manchmal auch im Norden und Osten

Siecht herum in klarem Gewässer
der Kessel ist heiß - es riecht immer besser.

Holt sie heraus - das Pralle Stück
in der Weißwurst ihr findet, Erlösung und Glück

Dann beisst ihn auf, den knackigen Darm
Der Inhalt fließt, im Herz wird's ganz warm.

Es ist mehr ein Schlingen als ein genießen
es wird geschmatzt und gekaut und Weißbier tut fließen.

In den Bärten der Männer da hängen noch Reste
Ein Zeichen von Wolllust und Wohlsein der Gäste

Seit Jahrhundert nährt sie Gaumen und Bäuche
In so manchem Gebiete schuf sie auch Bräuche.

Hoch soll sie leben die Wurst für jedes Fest
Das "helle Licht aller Würste" - so man schimpft sie zu recht



*der Autor Edgar Schimpf (Jahrgang 1963), Doktor der Soziologie, studiert derzeit Sprachwissenschaften, Brauchtum und Traditionen in Bayern und Südtirol.
Seit ca. einem Jahr arbeitet er in der Bürgerinitiative "Lobet die Weíßwurst - ein Gedenken muss her". Mit seinem neu erschienen Buch "Zutzeln, schlabbern, spülen - Gewohnheiten eines waschechten Bayern" ist Schimpf derzeit auf Rundreise. Mit seiner Lobeshymne "Gedanken zum Tag der Weißwurst - das helle Licht aller Würste" versucht Schimpf auch über den Südeutschen Raum hinaus die Weißwurst populär zu machen.